VORHABEN
Das Projekt soll einen Beitrag zur theoretischen und historischen Erforschung der Performanz von Wissen leisten. Die untersuchungsleitenden Fragestellungen erwachsen einerseits aus gravierenden Veränderungen gegenwärtiger Kultur (performative turn), andererseits aus theatralen Implikationen der Wissenschaftsgeschichte. Im Schnittpunkt beider Perspektiven geht es darum, historische Momentaufnahmen einer Kulturgeschichte des Experiments herauszuarbeiten, die geeignet sind, die Relation von Wissenschaft und Kunst grundsätzlich zu beleuchten. In exemplarischen Fallstudien soll die Herausbildung wissenschaftlicher Experimentalkultur im 17. Jahrhundert untersucht werden. Der methodische Ansatz ist dabei wesentlich geprägt durch die Vermittlung theater- und wissenschaftsgeschichtlicher Perspektiven im Rahmen einer kulturhistorischen Komparatistik. Die Legitimation eines solchen Vorgehens basiert auf der These, daß sich die Konstituierung modernen Wissens auf vielfältige Weise verbindet mit Dimensionen der Inszenierung und Konstruktion; Theaterwissenschaft kann dazu beitragen, theatrale Bedingungen der Wissensproduktion zu erhellen. In Momentaufnahmen zu einer Kulturgeschichte des Experiments läßt sich erkennen, wie das Spiel der Kunst und das Experiment als Spektakel das Theatralitätsgefüge der Zeit und die Dimensionen der Performanz von Wissen prägen.
Link zur Homepage:
http://www.spektakulaere-experimente.de
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