B5 Die Hervorbringung des Sozialen in Ritualen und Ritualisierungen.
Mimesis, praktisches Wissen und soziales Handeln

VORHABEN DES GESAMTPROJEKTES:

Erste Projektphase:
Im Mittelpunkt des Projektes Die Hervorbringung des Sozialen in Ritualen und Ritualisierungen stehen die performativen Aspekte von Ritualen und ihre Bedeutung für die Bildung von Gemeinschaften. Im Unterschied zur bisherigen Ritualforschung, die vor allem an der Symbolik von Ritualen interessiert war, konzentrieren wir uns auf die Dramaturgie und Organisation ritueller Interaktionen und ihrer Effekte, auf die szenisch-mimetische Expressivität, den Aufführungs- und Inszenierungscharakter und die Rahmungen sozialen Handelns. Rituale bauen auf Handlungssequenzen auf, die wiederum selbst rituelle Züge tragen. Das Ziel unserer Untersuchungen ist eine genaue und dichte Beschreibung dieser rituellen Sequenzen und ihrer Resultate im Prozeß der Gemeinschaftsbildung. Dabei verstehen wir unter dem Begriff Gemeinschaft ein Interaktionssystem und einen Erfahrungsraum, dessen Einheit sowohl auf Integration als auch auf Differenzen beruht. Hier erscheinen Rituale als Mittel, Differenzen zu bearbeiten, Krisen zu bewältigen und Übergänge zu gestalten.
Die Performativität von Ritualen und Ritualisierungen wird im Rahmen der zentralen Sozialisationsinstanzen moderner Gesellschaften Familie, Schule, Medien und Peergroups untersucht.
In unseren Untersuchungen arbeiten wir mit folgenden Methoden der qualitativen Sozialforschung: Gesprächsaufzeichung, teilnehmende und videogestützte Beobachtung, Videoinszenierung, Gruppendiskussion und Leitfadeninterview. Das erhobene Material wird in einem mehrstufigen Interpretationsverfahren in komparativer Analyse ausgewertet.

Zweite Projektphase:
Lag in der ersten Projektphase der Schwerpunkt auf Ritualen des Alltags, sollen in der zweiten Projektphase folgende, bislang in der vorliegenden Literatur im Bereich von Erziehung und Bildung empirisch nicht erforschte Dimensionen rituellen Handelns untersucht werden: Makroritualität, Interkulturalität, Religiosität und Sakralität sowie der Zusammenhang von Körper und Macht. Damit zielt das Projekt auf eine Erweiterung der Perspektive in bezug auf die performative Herstellung des Sozialen in Ritualen und Ritualisierungen in den vier untersuchten Sozialisationsfeldern: Familie, Schule, Peergroup und Medien. Um den performativen Charakter rituellen Handelns zu rekonstruieren, werden die bisher benutzten Methoden qualitativer Sozialforschung aufgegriffen und weiter entwickelt.


Unterprojekt: Familie

Unterprojekt: Medien

Unterprojekt: Schule

Unterprojekt: Kindheit und Jugend



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