Schwerpunkt III: Synchronisierung und Partizipation

Nachdem in der vergangenen Arbeitsphase Dynamiken der Affektübertragung (Movere) und daraus hervorgehende kollektive Aktions- und Bewegungsformen (Schwärme) untersucht wurden, geht es dem Schwerpunkt nun um die Synchronisierung von Rhythmen des Handelns, Sichbewegens, Wahrnehmens und Erfahrens und deren Bedeutung für Fragen der Partizipation an kollektiven (auch kollektiven künstlerischen) Prozessen.

Am Ausgangpunkt steht die Frage, wie sich kulturelle Veränderungen überhaupt in einer Gegenwart bemerkbar machen: Woran, wodurch und in welchen Formen nehmen Akteure wahr, dass sie Zeitgenossen einer Transformation sind? Was bewegt sie dazu, ihr Agieren im Verhältnis zu dieser Transformation zu verorten – sei es als zentraler Teil davon, als tangiert oder als ausgeschlossen?

Das betrifft zum einen die Evidenzfiguren, vermittels derer sich eine Veränderung mit ihrem spezifischen Konnex von Zukunft und Vergangenheit in eine Gegenwart einschreibt. Wir diskutieren dies unter dem Begriff der Synchronisierung: Wie wird die Synchronisierung von Individuen und Kollektiven zu Transformationsprozessen organisiert – bzw. wie organisiert sie sich selbst?

Zum anderen stellt sich damit die Frage nach der Partizipation an Veränderungen: In welchem Maße hängen Transformationsprozesse davon ab, dass sie Partizipationsmöglichkeiten schaffen bzw. Szenen der Partizipation generieren, auf denen Akteure ihre Zeitgenossenschaft mit der Veränderung als solche erleben und bestimmte Positionen und Rollen einnehmen können? Und was heißt diesbezüglich "Zeitgenossenschaft"? Inwiefern geht es dabei um Kopräsenz, inwiefern um weitere und komplexere temporalen Bezüge, die den Status von Präsenz möglicherweise relativieren oder sogar fragwürdig werden lassen?

Geplante Untersuchungsfelder sind konkrete körperliche Synchronisierungsvorgänge im Alltag sowie in Tanz- und Bewegungsperformances; kollektive künstlerische Produktionsprozesse und künstlerische Aktionen, die neue Formen von Partizipation erkunden oder einüben; sowie umfassendere kulturelle Synchronisierungszusammenhänge, zum Beispiel Internet-basierte Communities und deren Interventionen in kulturelle, soziale und politische Zusammenhänge,.


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