Ankündigung:
Sommerschule "Eräugnis"
Montag 14. Juli bis Donnerstag 17. Juli (evtl. 18. Juli) 2003
Clubhaus der Freien Universität
Konzept
Wahrnehmung und Erfahrung, Beobachten und Erleben, Hören und Fühlen solche Begriffspaare sind in jüngster Zeit zu Leitbegriffen bei der Thematisierung unterschiedlicher Formen der Kunst geworden. Etwas vor die Augen zu stellen, bedeutet gleichzeitig, es in die Sinne zu nehmen und zu verarbeiten. Dies gilt für Ausstellungen in Museen, Theateraufführungen, Performances, Konzerte und die Lektüre von Texten. Der alte Begriff "Eräugnis" soll dafür stehen, dass solche Vorgänge nicht nur als Reizaufnahme oder sekundäre Datenverarbeitung aufzufassen sind, sondern als originäre Momente ästhetischer Erfahrung. In diesem Zusammenhang von Performativität zu sprechen, heißt die besondere Relation bzw. Verschränkung von Betrachtern, Zuschauern, Zuhörern oder Lesern mit den Objekten ihres Interesses und den Zielpunkten der Aufmerksamkeit in den Blick zu nehmen.
Der Sonderforschungsbereich Kulturen des Performativen lädt vom 14. bis 17. Juli 2003 zu einer Sommerschule an die Freie Universität nach Berlin ein, um in Seminaren, Workshops und Performances nach theoretischen Modellen, Beschreibungs- und Analyseverfahren für diese Prozesse zu suchen.
Wie stehen Sprache und Gefühl zueinander? Wie ist es um die Medialität von "Eräugnissen" bestellt, d. h. wodurch ist die besondere Art und Weise gekennzeichnet, wie Wahrnehmende und Wahrgenommenes zueinander stehen, aufeinander Bezug nehmen und überhaupt zu einander kommen? Welche historische Dimension kann dafür geltend gemacht werden? Und wie wird diese Problematik in Texten bzw. Medien unterschiedlicher Epochen und Gattungen verhandelt?
Um die Fragen in Hinblick auf den Begriff der Performativität zu präzisieren, werden die Arbeitsgruppen des Sonderforschungsbereichs ihre Ergebnisse vorlegen und zur Diskussion stellen. Hierbei wird es um das Verhältnis zwischen Performativität und
a) Wahrnehmung b) Medien c) Gender d) Ritual und e) Wissen (-schaft) gehen.
Die Sommerschule richtet sich an Examenskandidaten, Graduierte und Doktoranden geisteswissenschaftlicher Disziplinen. Für die Teilnahme wird ein Unkostenbeitrag von 20 Euro (inkl. Lehrmaterial) erhoben. Der Betrag ist am Beginn der Sommerschule zu zahlen. Für Unterkunft und Verpflegung sind die Teilnehmer selbst verantwortlich. Veranstaltungsort ist das Clubhaus der Freien Universität Berlin, Goethestraße 49, 14163 Berlin.
Eine verbindliche Anmeldung ist mit beigefügtem Coupon bis zum 1. Juli 2003 zu richten an: Freie Universität Berlin, Sonderforschungsbereich "Kulturen des Performativen", Grunewaldstraße 35, 12165 Berlin. Fax: 030 / 838 503 19.
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